Porsche 919 Hybrid: Die Technik des Weltmeisters

Porsche 919 Hybrid
Porsche 919 Hybrid (Quelle: Hersteller)

Porsche ist seit jeher eng mit dem Motorsport verbunden, und kehrte 2014 nach einer langen Auszeit mit dem 919 Hybrid Prototypen auf die Piste in Le Mans zurück. Für die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft werden Anforderungen in Sachen Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit gestellt, was unter anderem auch die Hybrid-Technologie beinhaltet. Als Weltmeister und Titelverteidiger dient der Porsche 919 Hybrid auch als technologischer Wegweiser für die straßenzulässigen Brüder Boxster und Cayman.

Porsche 919 Hybrid
Viele Bauteile werden auf DMG MORI Maschinen gefertigt. (Quelle: DMG MORI)

Motor

Angetrieben wird der 919 Hybrid von einem 2.0 Liter V4-Ottomotor mit Turboaufladung und einem zusätzlichen Elektromotor.

Der Verbrennungsmotor mit Direkteinspritzung ist kompakt und hocheffizient. Die Brennraumgeometrie ähnelt dabei dem des Porsche 918 Spyder. Während das Fahrzeug eigentlich heckgetrieben ist, wird beim Beschleunigen der elektrische Antrieb an die Vorderräder zugeschaltet, sodass temporär alle Räder angetrieben werden.

Porsche 919 Motor
Der 2.0L V4 des Porsche 919 Hybrid (Quelle: Hersteller)

Die elektrische Motor-Generator-Einheit befindet sich an der Vorderachse, und wird von einem wassergekühlten Lithium-Ionen-Akkumulator mit A123 Systems Zellen gespeist. Das Hybrid-Systems ist mit zwei Energierückgewinnungssystemen ausgestattet. Das erste System sorgt durch eine Rekuperationsbremse an der Vorderachse für eine Rückgewinnung der Bremsenergie. Das zweite System treibt mit dem heißen Abgasstrom einen Generator mit der Turbo-Compound-Technik an, wodurch zusätzlich elektrische Energie gewonnen wird.

Porsche 919 Motor
Der Elektromotor mit der Batterieeinheit (Quelle: Hersteller)

Leistung

Die Leistung des Verbrennungsmotors wird von Porsche mit über 503 PS (370 kW) angegeben. Der Elektromotor in der Front hat den Angaben zufolge seit der Konfiguration im Jahre 2015 eine Leistung von mehr als 400 PS (294 kW). Mit beiden Antriebseinheiten zusammen kommt das Fahrzeug auf eine gesamte Systemleistung von ca. 900 PS.

Zum Vergleich: Toyota gibt die Leistung des TS050 Hybrid mit 1.000 PS an.

Die Beschleunigung auf 100 km/h legt der LMP1-Prototyp von Porsche in 2,8 Sekunden hin.  Für 200 km/h brauch er lediglich 4,8 Sekunden.

Fahrwerk

Die Radführung des Fahrwerks hat vorne und hinten Einzelradaufhängungen an Multilinks. Verwendet wurde dabei das Pushrod-System mit einstellbaren Stoßdämpfern. Gelenkt wird das ganze über eine hydraulisch unterstützte Zahnstangen-Lenkung.

Body

Das Monocoque des Porsche 919 Hybrid  ist eine Verbundfaser-Konstruktion aus Carbonfasern mit Aluminium-Wabenkern. Die Seiten sind durch zusätzliche Panels gegen Unfälle gesichert. Neben der Materialwahl tragen auch die komplexe Konstruktion der Einzelteile für eine hohe Belastbarkeit und ein optimales Systemgewicht bei.

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