Der Reihensechszylinder – Wenn die Kolben auf einer Linie stehen

Eine der vielen Möglichkeiten, die Zylinder in einem Hubkolbenmotor auszurichten, ist sie hintereinander in Reihe zu stellen. Jeweils zwei Kolben üben dabei die selbe Bewegung aus. Es ist nicht gerade platzsparend sechs Zylinderkolben in dieser Formation zu verbauen. Dennoch hat der beliebte Reihensechszylinder seine Vorteile.

Durch die Anforderungen den Spritverbrauch zu senken ist der Reihensechszylinder in den letzten Jahren immer weiter in den Hintergrund getreten.  Selbst bei traditionsreichen Herstellern wie BMW, wo der Reihensechszylinder eine lange Historie hat, wird immer mehr auf eine kleinere Zylinderzahl bei der Motorisierung gesetzt. Üblicherweise nehmen dabei Vierzylinder mit Turboladern den Platz ein.

Der neue Reihensechszylinder M 256 mit Biturbo von Mercedes (Quelle: Hersteller)

Im Jahre 1999 hatte Mercedes mit dem letzten M 104 den Reihensechszylinder abgesetzt. Überraschenderweise hat man 2017 mit dem M 256 den lange vergrabenen Reihenmotor wieder zurück gebracht. Dieser kommt zunächst in der S- und E-Klasse zum Einsatz. In seinen Ausbaustufen kann das 3.0 Liter Aggregat mit Biturbo-Aufladung bis zu 408 PS und über 500 Newtonmeter an Drehmoment leisten.

Neben den emotionalen Vorteilen, die einem Reihensechszylinder von Liebhabern zugesprochen werden, ist dieser auch in weiteren Punkten Vorteilhaft. Da der Aufbau relativ einfach ist, und  nur ein Zylinderkopf und Ventiltrieb benötigt wird, ist die Herstellung auch dementsprechend günstiger.